GERDA STEINER & JÖRG LENZLINGER

Mutterkorn

LSD Festival - Eleusis Society, ostquai Basel, 2023



Die Poolmalerei zeigt den Zyklus des Mutterkornpilzes. 

Das Mutterkorn besitzt viele, zumeist regionale Namen: 
Achterkorn, Arme-Seelen-Tau (Elsass), Bettelmönch (St. Gallen),
Erdenkopf, Ergot, Hahnensporn, Hasenbrot, Hungerkorn
Mehlmutter, Misericordia-Korn (Norditalien), Purpurroter Hahnenpilz, 
Retzroggen, Roggenmütterlein, St.-Petri-Schnee (Alpenraum), Stiefmutterkorn, Todtenkopf, Tollkorn oder Roter Keulenkopf

Mutterkornpilze (Claviceps purprea) leben von Wildgräsern und Getreide (am liebsten auf Roggen) und entwickeln sich direkt auf den Ähren.  Sie sind hochgiftig. Im Mittelalter sind viele Menschen am sogenannten ‘Antoniusfeuer’ , einer Vergiftung mit Mutterkornpilzen, gestorben, aber in niederen Konzentrationen war es ein alt bekanntes Wehenmittel bei Geburten.  
Schon um 2000 v. Chr. war bekannt, dass nur die natürlich vorhandenen psychoaktiven Lysergsäurealkaloide wasserlöslich waren, und damit wurden berauschende Getränke gebraut, die die unerwünschten Effekte der anderen Alkaloide umgehen.
Albert Hoffmann stellt 1938 LSD ursprünglich aus Lysergsäure her, welche er aus dem Mutterkorn gewann. Chemisch gesehen entstand LSD, indem er Lysergsäure mit Diethylamin verknüpfte. Daher der Name LysergSäure-Diethylamid.